21. Oktober 2021 Interim-Management | Consulting | Agile Coaching

Das eigene Lager? Good bye Fulfillment?

Lesedauer 2 min.

In früheren Blog-Beiträgen haben wir bereits beschrieben, wie man den richtigen Fulfillment-Anbieter finden kann und was es zur Kalkulation der Fulfillment-Kosten zu beachten gibt. Auch wenn vieles für die Beauftragung eines professionellen Fulfillment-Dienstleiters spricht, kann der Aufbau eines eigenen Lagers sinnvoll und vorteilhaft sein. Also sagen wir „Hallo“ zum eigenem Lager und „Good bye“ zum Fulfillment?

Gründe für ein eigenes Lager vs. Fulfillment

Zu den Beweggründen zählen Händler im E-Commerce, u.a.:

  • die Nähe zum eigenen Produkt und Marke
  • höhere Flexibilität und Reaktionsfähigkeit bei der Versandabwicklung
  • einen besseren Kundenservice
  • die Kontrolle über die Produkte und alle Prozesse

Das Lager physisch vor Augen, statt als virtuelle Bestandszahlen in einer Software, verschafft täglich ein eindeutiges Bild über die Dynamik im Unternehmen. Augenscheinlich wird bewusst:

  • wie schnell sich einzelne Produkte drehen
  • wie viele Pakete das Lager täglich verlassen
  • wie Lagerbestände wachsen oder schrumpfen

Darüber hinaus kann es gerade für Gründer:innen auch emotionale Beweggründe geben, die eigenen Produkte direkt im Zugriff und im Auge haben zu wollen.

Bildnachweis: Maciej Bledowski / photocase.de // Eigenes Lager vs. fulfillment
Bildnachweis: Maciej Bledowski / photocase.de – Fahrstuhl in einem automatischen Lager.

Herausforderungen für ein eigenes Lager vs. Fulfillment

Die Herausforderungen für den Aufbau eines eigenen Lagers sind vielfältig und die Liste der Themen ist lang. Wir gehen hier insbesondere auf die Rahmenbedingungen und Organisation ein. Die erweiterte Themenliste nennt darüberhinaus weitere Punkte die zu beachten sind, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit.

Rahmenbedingung für ein eigenes Lager

Vorab gilt zu klären, welche Anforderungen an ein Lager bestehen.
Dazu gehören beispielsweise Fragen wie:

An welchem Standort soll das Lager betrieben werden?

Welche Lagerfläche wird benötigt? (Muss die Fläche auf absehbare Zeit optional erweiterbar sein?)

Welche Anzahl von Bestellung sollen abgewickelt werden?

Wie sind die Eigenschaften der Artikel/-sortiments?

Welche Artikelgrößen müssen verarbeitet werden?

Wie setzen sich die Warenkörbe der Bestellungen zusammen?

Welche Ausstattung wird im Lager benötigt? Welche Art und Anzahl an Regalen?

Lagerbereiche (Zonen) im Kontext Xentral ERP - Module / Prozessschritte. Eigenes Lager vs. Fulfillment
Lagerbereiche (Zonen) im Kontext Xentral ERP – Module / Prozessschritte

Organisation eines eigenen Lager

Ist ein Lager mit der entsprechenden Ausstattung vorhanden, stellen sich weitere Fragen zur Organisation.

Wie sind die optimalen Laufwege?

Welche Arbeitsbereiche (Zonen) werden benötigt? (siehe Schaubild oberhalb)

Wie werden die Lagerplätze bestmöglich gekennzeichnet und verwaltet?

Soll mit einer chaotische Lagerhaltung oder mit festen Stammplätzen gearbeitet werden?

Welches Kommissionierverfahren (ein- oder zweistufig) ist vorteilhaft?

Welche Pick-Reihenfolgen und Prioritäten (FIFO, Fast-lane, Prime, …) können als Regelwerk definiert werden? (auch unter Berücksichtigung der Cut-Off“-Zeiten der Paketdienstleister)

Werden Behälter oder Wagen genutzt?

Kann direkt in die passende Transportverpackung kommissioniert werden?

Wie werden die Versandtische optimal eingerichtet?

Weitere Themen für ein eigenes Lager vs. Fulfillment

  • Arbeitssicherheit
  • Beschaffung von Verpackungsmaterial
  • Registrierung beim Verpackungsregister (externer Link)
  • Entsorgungskonzept
  • Versicherung des Lagerinhalt (und ggf. Gebäude)
  • Verträge mit KEP-Dienstleistern
  • Personalbeschaffung
  • Lager-Technik
  • IT-Systeme (ERP, LVS)

Diskutiere hier online mit, was aus deiner Sicht für ein eigenes Lager vs. externes Fulfillment spricht.

image_pdfPDFimage_printDruck

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.